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Von Großkonzernen und warum ich auf Demonstrationen gehe!

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In allen Ecken der Welt geben Regierungen den Ton an, welche zwar vielleicht (wenn auch nicht immer) vom Volk gewählt wurden, aber nicht für das Volk arbeiten. Und es ist schon seltsam dabei zuzusehen wie sich diese Erde durch ein paar Akteure praktisch selbstzerstört. Die Akteure sind zumeist nicht mal Politiker. Es sind die Akteure, die schon drauf schauen wo das wertvolle Geld, das ja bekanntlich die Welt regiert, hingeht und wo es eingesetzt wird. Die wissen schon wie man es macht.

Beispiel „Epipen“ in den USA. Seit dieser automatische Injektions-Stift zur Notfallbehandlung bei allergischen Reaktionen und Schocks an jeder Schule, von jeder allergischen Person und sowieso und überhaupt, gekauft und benutzt wird (weil 1. günstig – gewesen – , 2. kinderleicht in der Handhabung, 3. dzt. wirksamstes Mittel am Markt), sind die Preise für diese Pens von $ 56,00 auf teilweise über $ 300,00!! gestiegen. Auch die Managerin des Herstellers gab sich wegen des Erfolges eine Gehaltserhöhung in den letzten acht Jahren von $ 2,4 Millionen auf $ 18,7 Millionen!

Grausam, oder?

Politiker, die sich durch Korruption etwas zu Schulden kommen lassen, sind auch A****löcher – aber in der Welt noch das geringste Übel. Die Großkonzerne, die in Lobbys der Politik sagen wo es langgeht, sind die wahren Übeltäter. Seien es Nestlé, die Wasser VERKAUFEN wollen, oder Ölkonzerne, die irgendwo im Hintergrund dann doch schauen, dass Elektroautos nicht irgendwann die Überhand im Straßenverkehr bekommen. Nestlé, der anscheinend so liebe, süße, Schweizer Familienbetrieb, der uns von süßem, leckerem Kakao bis zum sexy, sinnlichen Ristretto, eine Vielzahl von Lebensmitteln in die heimelige Speis haut, ist sowieso der größte „Kotzern“. Ein Beispiel: Phoenix/Arizona in den USA ist ein absolutes Trockengebiet – bereits öfters kam es in dieser Großstadt zu Wasserknappheit. Doch Phoenix steht vor einem Problem – denn so viele, vor allem junge Menschen, wollen in diese Stadt ziehen, was natürlich die Sache mit dem Trinkwasser nicht gerade einfacher macht. Dann kommt Nestlé und will das schamlos ausnutzen indem sie der Stadt anbietet eine Abfüllanlage zu bauen um damit der Bevölkerung den „Zugang zu Trinkwasser, durch in Flaschen abgefülltes Wasser aus den vorhandenen Reservoirs, zu erleichtern.“ Ja da tritt mir doch einer in den Hintern, ich hab’s glaub ich nicht gerafft: Diese Schmarotzer-Schweizer wollen tatsächlich die vorhandenen Trinkwasserquellen und –vorräte von der Stadt kaufen um ein und das selbe Wasser, das jetzt schon aus der Leitung kommt, in Flaschen abzufüllen und um mehr als einen Dollar zu verkaufen? Wo ist da jetzt die Lösung für die Wasserknappheit? Aja: Nestlé hat ja noch viele andere Quellen und Seen auf dieser Erde bereits aufgekauft um Wasser in Flaschen völlig überteuert an Menschen zu verkaufen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Diese „Pure Life“ Kacke, wie sie Nestlé nennt, ist in Ländern wie Äthiopien gang und gebe – aber trotzdem verdursten oder sterben die Menschen dort… ich verstehe gar nicht warum…

Jaja… das ist schon alles sehr dubios – und wieder einmal kann man sich freuen in Österreich zu leben (wobei wir das mit der Wasserprivatisierung in Europa doch auch schon hatten wenn ich mich recht erinnere). Es ist furchtbar wie uns Großkonzerne sagen wo es lang geht… und es ist meines Erachtens schon Aufgabe der Bevölkerung, also uns!, dagegen anzutreten und mit voller Überzeugung zu einer Demokratie zu stehen. Denn Demokratie heißt Volksherrschaft = Alle Macht geht vom Volk aus. Und ich möchte meinen, dass „Volk“ kein Synonym für Konzern oder Aktiengesellschaft ist. Und wenn mir da die EU mit Freihandelsabkommen wie TTIP oder CETA kommt, sag ich nur: Mit mir nicht. Und dann wehre ich mich auch dagegen. Ich werde dagegen demonstrieren und auch andere aufmerksam machen, warum ich das nicht will! Und dann gibt’s da wieder die Demonstrations-GegnerInnen, die meinen es hat ja eh keinen Sinn und ihr linkslinken solltet euch lieber um eure Probleme kümmern, etc. Wir haben das bis jetzt noch jedes Mal gehört. Aber wenn ich nichts dagegen tue, komme ich mir nachher dumm vor. Und wenn so etwas wie TTIP umgesetzt wird, so bin ich mit meinem Gewissen im Reinen – denn wenigstens habe ich meinen Unmut kundgetan. Das ist nicht nur bei TTIP so, sondern auch zum Beispiel bei einer Demo gegen den Burschenbundball. Fakten belegen, dass bei solchen Bällen Neonazis tanzen (nicht nur! Das ist mir schon klar) und da hab ich einfach was dagegen! Ich sehe das nicht ein, warum in einem von der Geschichte gebeutelten Land (Rechts-) Extreme Party machen dürfen, wenn im nächsten Augenblick wieder ein Asylheim abbrennt. Und wenn sich auf solchen Bällen dann noch vom Volk gewählte LandesvertreterInnen blicken lassen, dann geht mir so etwas einfach gehörig am Arsch. Und dann lass ich meinem Frust freien Lauf – mit Maß und Ziel. Ich bin sicher der Letzte, der irgendwo dann irgendwelchen Sitzblockaden beiwohnt, oder gar Sachbeschädigung begeht. Ich bin auch bestimmt nicht jemand, der mit Steinen gegen Polizisten vorgeht, oder irgendwen verletzt. Da bin ich vorher aus dem Spiel raus. Ich bin aber sehr wohl jemand, der gerne mit Menschen, die meine Ansichten teilen, für oder eben gegen etwas auf die Straße geht. Und je mehr Menschen das tun, desto mehr Menschen steckt das an. Ich bin in allen Belangen gegen Gewalt. Und ich habe dann auch schon ein ungutes Gefühl, wenn vor oder hinter mir der sogenannte Schwarze Block geht (das sind dann die so oft zitierten Linksradikalen – auch nicht immer!). Denn natürlich gibt es in unseren linken Reihen auch gewaltbereite Trotteln, die meinen einem Neonazi eine in die Goschn hauen löst das Problem. Das ist natürlich genauso falsch, wie zu meinen, dass eine Demonstration gegen TTIP von ein paar hundert Leuten in Linz „die da oben“ beeinflussen würde. Aber: Wenn die paar hundert keinen Unterschied machen, was macht dann einen Unterschied? Tausend Leute? Hunderttausende Menschen? Millionen Demonstranten? Alle gegen ein paar Andere? Ich weiß es nicht. Aber ich habe nach einer Demonstration immer das Gefühl etwas richtig gemacht zu haben. Deshalb gehe ich auf Demonstrationen. Aber ich stelle sie natürlich auch nicht immer über alles andere in meinem Leben. Aber solche Demos geben Mut – man ist mit seiner Meinung zu einer gewissen Sache nicht allein. Es gibt einem die Hoffnung, dass doch noch die Vernunft in manchen Köpfen regiert. Am 17.09. in Linz wäre die nächste gute Gelegenheit gegen TTIP und CETA auf die Straße zu gehen. Auch wenn ich da nicht dabei sein kann – ich find’s toll, dass es diese Demos gibt. Und ich hoffe, sie wird von so vielen Menschen besucht, dass es einen Unterschied macht. Die Welt gehört geändert und allein geht das nicht. Deshalb hier des Kolar’s Aufruf zur friedlichen Demonstration eines geeinten Teiles der österreichischen Bevölkerung gegen solch deppate Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA!

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