seine Meinung...

Alternativen zu Facebook

Auf der Suche nach der neuen sozialen Onlinewelt. Da gibt’s viel Blödsinn, Dinge die im Ansatz gut sind und durchaus ausgereifte Netzwerke, die das Potenzial haben alles bisherige in den Schatten zu stellen. Eines davon möchte ich hier näher vorstellen.

Nach meinem privaten Rückzug aus Facebook bin ich als kontaktfreudiger Mensch natürlich auf der Suche nach alternativen Online-Lebensformen – denn eines muss hier schon gesagt werden: so viel Kontakt mit der eigenen Umwelt hat man ohne facebook einfach nicht. Und dieses System ist auch schon so weit integriert in unseren Alltag, als das man kaum drumherum kommt, sich in den Netzen breit zu machen. Aber mein Entschluss steht immer noch fest: ich halte mich aus dem zugemüllten Zuckerberg-Universum weitestgehend mal raus. Wer meine Gedanken zu dem Thema verpasst hat, dem sei der letzte Blogeintrag ans Herz gelegt.

Ich bin nicht der Einzige!

Ja, darauf kommt man relativ schnell und das macht Mut. Es gibt äußerst viele (vor allem Gleichaltrige) die dem blauen Daumen den Rücken kehren und trotzdem schon auch noch irgendwie, irgendwo mit ihrem Umfeld und ihren Freunden und Verwandten vernetzt bleiben möchten. Und wo eine Nachfrage ist, sind auch Angebote. Jedoch – wie eingangs erwähnt – findet sich unter den wirklichen Alternativen zu facebook wenig Brauchbares. Aber eines ist da doch: Path.

Nur als App – dafür frisch und sehr interessant

Path schafft es als einzige von mir getestete App die wichtigsten Funktionen von Facebook ohne dem ganzen Werbemüll und gezielten Beitragseinblendungen zu vereinen. Keine Werbung, keine definierten Anzeigen, keine zugemüllte Startseite. Dafür: Profil- und Titelbild und die Möglichkeit in seiner Timeline das zu posten, was man gerade macht und worüber man nachdenkt. Man kann genau so Fotos posten (und noch dazu mit Filter und Co. berabeiten – quasi intergriertes Instagram), Standorte eingeben, Freunde makieren, etc. Also sie unterscheidet sich in facebook vom Funktionsumfang grundsätzlich nicht so – wobei ein, zwei Optionen dazugekommen sind, welche durchaus praktisch sind und die man bei facebook vermisst. Eine Funktion die mir persönlich ganz toll gefällt ist jene, dass ich Dinge in meiner Timeline mit einer Berührung als „Privat“ kennzeichnen kann – diese Posts sehe also nur ich. Man hat aber auch die Möglichkeit diese privaten Posts mit bestimmten Freunden oder Gruppen zu teilen. Ich kann also Fotos vom letzten Familientreffen posten und nur mit „Freunden“ in der Familiengruppe teilen. „Das gibt’s doch bei facebook auch!“ Stimmt – aber da ist das viel zu versteckt und zu kompliziert meiner Ansicht nach. „Gefällt Mir“ gibt es im Path-Universum auch – nur viel cooler. Ich kann Posts meiner Freunde mit einem Herzsymbol makieren (ähnlich Instagram), oder aber meine Emotionen über den Beitrag zum Ausdruck bringen. Mit Emoticons oder sogar eigenen Fotos, lässt sich ein Post so einfach und anders markieren – insofern kann auch aus einem vermeintlichen „gefällt mir“ ein „gefällt mir nicht“ werden (eine heißersehnte facebook Funktion – hier gibt es sie indirekt). Natürlich gibt es auch eine Kommentarfunktion – man kann also auch hier zu allem seinen Senf geben, oder – um es positiver zu formulieren – mit der Masse diskutieren. Auch das chatten mittels privaten Nachrichten ist bei Path integriert – und zwar ohne, dass man sich einen extra Messenger runterladen muss (auch wenn es mit PathTalk eine entsprechende App gäbe). Auch hat man die Möglichkeit genau zu verfolgen wer seinen Post gesehen hat, was durchaus nützlich sein kann. Wer trotzdem nicht auf andere soziale Netzwerke verzichten will für den gibt es auch eine nette Direktanbindung an facebook, twitter, tumblr und co. – mit einem Klick ist der Post auf den großen Plattformen geteilt.

Privatsphäre mal anders

Inwieweit welche Daten genau wo von mir gespeichert sind hab ich noch nicht herausgefunden – die Entwickler von Path schreiben das Wort „Datenschutz“ aber überaus groß und in einer Art, in der man es ihnen auch durchaus abkauft. Aber warum: In der Vergangenheit hatten die Betreiber von Path ernsthafte Probleme hinsichtlich Datenschutz. So wurden Sie behördlich auch zu einer Geldstrafe von 800.000 USD verdonnert, da man auf den Servern persönliche Daten von Minderjährigen und Personen, welche nicht ausdrücklich zur Datennutzung einwilligten, fand. Doch nach einem Relaunch 2011 soll das der Vergangenheit angehören. Path wird von der US-Behörde auch im zweijahres-Rhythmus kontrolliert was den Datenschutz angeht. Path bedauerte in offiziellen Aussendungen ihre Fehler und teilte mit alle privaten Daten gelöscht zu haben. Believe it or not – facebook, google & co. sind da glaub ich noch einen Tick schlimmer… Path zielt ganz direkt auf jene, denen facebook zu überladen, zu unsicher oder zu langweilig ist. Insgesamt wirkt Path etwas privater und persönlicher als es facebook mittlerweile tut. Die Aufmachung ist äußerst gelungen und macht Lust auf mehr. Dennoch ist Path noch in der Entwicklung, was man hier und da auch erkennt. So sind zum Beispiel Hashtags zwar prinzipiell möglich – derzeit aber nur wenn man als Sprache Englisch benutzt. Ob und wann eine Browserversion von Path kommt um es auch am Laptop oder PC benutzen zu können, ist offen. Path baut sich gerade im deutschsprachigen Raum eine Community auf, zu der hoffentlich auch bald Leute aus meinem Umfeld gehören. Bisher habe ich das neuartige soziale Netzwerk mit zwei Accounts getestet und mir selbst Nachrichten geschrieben 🙁

Das neue Facebook?!

Path hat definitiv das Zeug dazu facebook abzulösen. Man kennt ihm auch ein wenig an, dass bei der Entwicklung und Konzeptionierung ehemalige facebook Mitarbeiter beteiligt war – aber warum sollte man gerade den Vorteil nicht nutzen. Path hat kürzlich auch eine eigene Messanging App entwickelt – quasi als Konkurrenz zu WhatsApp vielleicht? Wichtig bei solchen Sachen ist nur, dass man sich nicht zu sehr an das Vorbild hält und durchaus mal neue, revolutionäre Wege geht, oder auch mal einen Schritt zurück macht und sich auf das Wesentliche beschränkt. Und das ist der Kontakt mit Menschen die man mag. Und da sehe ich Path derzeit auf einem äußerst guten Weg.

Die Apps sind für iOS, Android und Windows Mobile in den jeweiligen App-Stores kostenlos verfügbar.
Hier ein Imagevideo um einen Eindruck von der Funktion der App zu bekommen:

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