ReihenweiseTrotteligeLeuteseine Meinung...

Was zu viel ist, ist zu viel!

Facebook – seit 2009 mein ständiger Begleiter. Doch damit ist nun Schluss. Ich werde dem Sozialen Netzwerk den Rücken kehren. Vielleicht nicht für immer, aber auf jeden Fall mal für einige Zeit. Ja, gerade ich der so von den vielen Vorzügen des facebook schwärmt, ziehe mich zurück – zumindest privat, denn die Vorteile für die vielen Organisationen und auch für meine Tätigkeit als Musiker und Blogger sind teilweise (überlebens-)wichtig.

Doch warum versuche ich nun drauf zu pfeifen? Weil das ach so soziale Netzwerk nicht (mehr) sozial ist. Ich möchte fast sagen, dass es sich bei facebook um ein asoziales Netzwerk handelt. Ich fühle mich in meiner freien Meinungsäußerung eingeschränkt. Ständig muss ich Angst haben, dass ich etwas Falsches poste – ich darf beispielsweise nicht hergehen und schreiben: HC Strache ist die größte Frechheit seit es xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx und hier muss ich schon zensieren, weil…

a) … mich sonst jemand blöd anmacht, was mir denn einfällt als linkslinker Gutmensch so etwas zu behaupten
b) … mir jemand ins „Gewissen“ reden will, und meint in der Kronen Zeitung stand aber das und das
c) … ich sonst einen Meinungskrieg innerhalb meines engen, unparteiischen Familien-, Freundes-, oder Bekanntenkreises auslöse
d) … mich sonst ein Spitzel der FPÖ oder des Herrn Strache meldet und ich von Facebook eine Abmahnung bekomme
e)…

ach da kann so vieles passieren.

Und was passiert in meinem Kopf? Ich mache mir Gedanken: Wie kann es sein, dass ich überhaupt schreiben muss das HC Strache (oder die Klimaerwärmung, oder die Kronen Zeitung, etc.) ein Vollwappler ist? In meiner Wertevorstellung und in meinem Kopf weiß ich, dass ich Recht habe – für mich. Das ist meine Meinung… und für die muss ich mich zum Glück nicht rechtfertigen. Und facebook zwingt mich mich aufzuregen… für etwas so dämliches wie einen Strache (oder die Klimaerwärmung, oder die Kronen Zeitung, oder jetzt neu: Donald Trump, etc.) und das macht mich einfach krank. Uns alle macht es glaube ich krank im Kopf. Wir laufen uns gegenseitig im Hamsterrad nach und verteidigen uns für unsere Gedanken – UND DAS IM 21. JAHRHUNDERT! Ich will einfach nicht mehr mit ansehen, wie meine „Freunde“ (beachte die Anführungszeichen!) meinen alles irgendjemandem nachplappern zu müssen. Da gibt’s doch tatsächlich Leute (und ich glaube das ist leider der überwiegende Teil), die nur noch facebook und die darin geteilten Links als Informationsquelle für eh ALLES nutzen – und das ist ein schwerer Fehler. Zu viel denken, handeln, ja leben gar nach dem Grundsatz: „es wurde auf facebook geteilt und somit ist mir die Quelle egal – es muss stimmen, weil es hat x gefällt mir.“ Dass man dabei vielleicht auf solchen Seiten wie unzensuriert.at herumsurft, stört offenbar niemanden. Und wer den Artikel geschrieben hat ist auch jedem egal – Hauptsache hierbei: Strache hat ihn geteilt. Und da sehe ich ein riesiges Problem in der freien Meinung eines jeden Menschen dieses Landes und dieses Planeten… auch meiner Meinung.

Wir verlieren unsere Meinung… unsere Kritikfähigkeit… unsere Haltung… unsere Überzeugung… unsere Fähigkeit den eigenen Horizont zu erweitern. Wir wollen uns nur mehr verteidigen und hoffen darauf, dass einem möglichst Recht gegeben wird. Wir stacheln uns auf mit irgendwelchen Artikeln von unseriösen Seiten. Wir hetzen uns gegen alle anderen und am Ende auch gegen uns selbst auf. Wir setzen Freundschaften und gute Verhältnisse mit Menschen aus dem eigenen Umfeld aufs Spiel und verlieren dabei die wichtigen Dinge aus den Augen… einen warmen Händedruck, ein netter Small-Talk… einen gemütlichen Kaffee…

Und dahin will ich zurück…

Bleiben nur noch folgende Fragen:

Wie kriege ich künftig „meine“ Infos, die ich nur auf facebook bekomme (zugegeben es ist ja nicht alles Blödsinn)?
Jede Seite die auf facebook ist, hat meistens eine Internetseite… und früher hatten wir das schon mal: Man nannte das surfen. Es ging verloren, weil wir uns von irgendwem sagen ließen, was wir uns anzusehen haben. Und über meine wahren Freunde informiere ich mich anders… aber das ändert sich durch meinen quasi Ausstieg bei facebook nicht.

Wie krieg ich mit, dass ich zu einer Veranstaltung eingeladen wurde (zu der auch 800000000 andere Menschen eingeladen wurden)?
Naja… die wichtigen Einladungen erhalte ich hoffentlich persönlich – wenn nicht, ist meine Anwesenheit scheinbar nicht wichtig. Das ändert sich aber auch nicht durch meinen Ausstieg.

Kann ich mich komplett entfernen?
Nein. Wie eingangs beschrieben bin ich auch Admin von ein paar Seiten von Organisationen und meiner Fanpage, die ich ohne Profil nicht betreuen könnte… aber da gibt es auch andere Mittel und Wege.

Ist das ein Abschied für immer?
Die Frage lasse ich mir offen!

Wie bleibe ich zu erreichen für Fans, Interessierte, oder Freunde?
Die, die sie brauchen, haben meine Nummer oder/und E-Mail Adresse… beruflich oder organisationstechnisch erreicht man mich über die jeweiligen Seiten… aber natürlich freue ich mich, wenn man meinen Blog liest, meine Lieder (als Kevin Cole) anhört und sich so ein klein wenig für mich interessiert. Kevin Cole hat seine eigene Seite auf facebook, derKolar ab sofort auch. Hier erfahren diejenigen, die es wirklich interessiert, immer wenn sich auf meinem Blog oder musikalisch etwas tut. Auch auf twitter werde ich mich noch ab und an herumtreiben.

Ich werde berichten wie es mir mit dem verlassen von fb geht… Wen das interessiert, dem sei es ans Herz gelegt, meinen Blog zu verfolgen oder derkolar ein Gefällt Mir zu schenken 😉

Verliert eure Meinung nicht… ich suche meine mal.

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